Fuerteventura

Flagge von Fuerteventura

Flagge von Fuerteventura

Fuerteventura ist eine der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean, rund 120 Kilometer westlich der marokkanischen Küste. Mit einer Fläche von 1659,74 km² hat sie einen Anteil von 22,15 Prozent an der Landfläche der Kanaren. Damit ist sie nach Teneriffa die zweitgrößte Insel des Archipels. Im Jahr 2018 hatte die Insel 113.275 Einwohner. Ihre Hauptstadt ist Puerto del Rosario. Dort befindet sich der internationale Flughafen von Fuerteventura. Die Landessprache ist Spanisch. Fuerteventura bildet mit der durch die rund 11½ Kilometer breite Meerenge La Bocayna von ihm getrennten, nördlich gelegenen Insel Lanzarote die östliche Grenze der Kanaren und gehört wie die anderen Kanarischen Inseln geographisch zu Afrika. Seit 26. Mai 2009 ist die gesamte Insel UNESCO-Biosphärenreservat und seit 2015 UNESCO-Lichtschutzgebiet.

Mit Lanzarote und Gran Canaria gehört Fuerteventura zur spanischen Provinz Las Palmas. Im Juli 2019 löste Blas Acosta von der PSOE nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum Lola García von der Coalición Canaria als Präsident der Inselregierung ab.

Geographie

Fuerteventura ist die älteste Insel der Kanaren. Sie entstand vor etwa 20,6 Millionen Jahren und ist vulkanischen Ursprungs. Der Großteil der Inselmasse entstand vor etwa 5 Millionen Jahren und ist seitdem durch Wind und Wetter stark erodiert. Die letzten vulkanischen Aktivitäten auf Fuerteventura erloschen vor 4000 bis 5000 Jahren.

Der höchste Punkt auf Fuerteventura ist der Berg Pico de la Zarza (807 m), auch Pico de Jandía genannt, auf der gleichnamigen Halbinsel.

Im Nordosten der Insel, bei Corralejo, befinden sich große Wanderdünen (Parque Natural de Corralejo). Der Sand besteht zu großen Teilen aus zerriebenen Meerestiergehäusen (Muscheln, Schneckenhäuser). An manchen Stellen tragen auch Kalkformationen vom ehemaligen Meeresboden, die ebenso wie die schwarzen Vulkanreste stark erodieren, ihren Teil zum meist gesprenkelten Sand bei.

Die Insel erreicht zwischen der Nord- und Südwestspitze eine Länge von knapp einhundert Kilometern und misst an der breitesten Stelle 31 Kilometer. Der Istmo de la Pared ist mit fünf Kilometern Breite die schmalste Stelle Fuerteventuras und gliedert die Insel in zwei Teile: den nördlichen Teil Maxorata, nach dem auch die ursprünglichen Inselbewohner Majoreros benannt sind, und die südliche Halbinsel Jandía. Die Inselfläche von knapp 1700 Quadratkilometern ist, im Vergleich zu anderen Kanarischen Inseln, mit rund 68 Einwohnern pro km² nur dünn besiedelt.

Touch

Erosion

Die ältesten Teile der Insel sind im Westen, die jüngsten im Osten sichtbar. Daraus ist ersichtlich, dass die Erosion große Teile der früheren Inselstruktur zerstört hat, was gemäß der vorherrschenden Lehrmeinung nicht zuletzt auf enorme Flankenkollaps-Ereignisse zurückzuführen ist. Wasser-, vor allem Meereserosion und Wind trugen das ihrige zum heutigen Aussehen der Insel bei. In den Kaltzeiten wurde bei niedrigem Meereswasserstand durch den Wind viel Material abgetragen und in Dünen angehäuft, wobei sich Sedimente, etwa Muschelsand mit vulkanischen Gesteinspartikeln vermischten. Auch hoben Intrusionen unter Fuerteventura und La Palma Teile dieser Inseln um mehrere tausend Meter an.

Bedeutung und Herkunft des Namens

Die Insel Fuerteventura wurde im Jahr 1339 zum ersten Mal auf der Seekarte des Kartografen Angelino Dulcert in ihrer ungefähren Form verzeichnet. Auf dieser Karte war sie als laforte ventura markiert. Diesen Namen verwendeten vermutlich die mallorquinischen Seefahrer dieser Zeit. Später im 14. Jahrhundert ging man dann zu der Schreibweise in einem Wort über. Die Kanarischen Inseln wurden damals als die islas afortunadas (‚glückselige Inseln‘) bezeichnet. Damit wäre Fuerteventura die Große Glückselig

Erste Besiedlung

Die ersten Menschen, die die Insel Fuerteventura besuchten, waren vermutlich phönizische Seefahrer, die im 10. Jahrhundert v. Chr. die damals unbewohnten Kanarischen Inseln erreichten. Der Kontakt wurde bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. aufrecht erhalten.[13] Archäologische Funde deuten darauf hin, dass spätestens in der Zeit des 1. Jahrhunderts v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. enge Verbindungen zwischen der Insel Fuerteventura und dem Mittelmeerraum bestanden und dass Personen aus der Gegend des Círculo del Estrecho, der Gegend nördlich und südlich der Meerenge von Gibraltar, auf der Insel angesiedelt wurden.

Verkehr

Die Insel, die heute hauptsächlich vom Tourismus lebt, hat mit dem internationalen Flughafen Verbindungen in mehrere europäische Länder.

Der Seehafen der Inselhauptstadt Puerto del Rosario ist der größte Umschlagplatz der Insel. Unter anderem unterhielt die Reederei Naviera Armas seit Anfang 2008 eine direkte Fährverbindung zum marokkanischen Hafen Tarfaya, die allerdings für unbestimmte Zeit unterbrochen wurde, als die Autofähre Assalama am 30. April 2008 vor Tarfaya sank. Weitere Häfen gibt es in Morro Jable, Corralejo, Gran Tarajal und El Castillo. Von Corralejo aus verkehrt stündlich eine Fähre nach Playa Blanca auf die nördliche Nachbarinsel Lanzarote. Morro Jable hat eine Fährverbindung mit Las Palmas auf Gran Canaria. Die Fähre setzt einmal am Tag über und braucht etwa dreieinhalb Stunden. Der Hafen von Gran Tarajal wie auch der Hafen von Morro Jable sind immer noch im Ausbau (Stand: 2007). Von Las Palmas gibt es eine Verbindung nach Gran Tarajal.

Mehr als "nur" Strand

Sehenswürdigkeiten

Bei Touristen beliebt sind die weiten Sandstrände entlang der Ostküste. Im Norden, nahe Corralejo, gibt es den unter Naturschutz stehenden Dünenpark, zu dem auch die vorgelagerte Insel Lobos gehört. Die konstanten Winde machen die Strände der Insel interessant für Wassersportler, Wellenreiter an der Westküste, Windsurfer im Norden bei Corralejo oder an der Ostküste (besonders am langen Strandabschnitt zwischen der Costa Calma und Jandía). Hier hat sich auch das Kitesurfen etabliert. Der Westen der Insel besteht zu einem großen Teil aus Steilküste mit lebensgefährlichen ablandigen Strömungen.

In La Lajita gibt es den Oasis-Park, einen Zoo mit Tier-Shows und Kamel-Safari. Dazu gehört ein botanischer Garten.

Im nordwestlichen Inselinneren befindet sich das Museum Ecomuseo La Alcogida in Tefia. Mit Mitteln der Europäischen Union wurden hier mehrere verfallene Bauernhöfe restauriert. Es wird die Handwerkskunst und Lebensweise der Bevölkerung Fuerteventuras vor der Zeit des Tourismus gezeigt. Zu sehen sind unter anderem Steinmetze, Bäcker, Stellmacher und Stickerinnen.

In Fuerteventuras Berglandschaft, aber auch an den zu den Stränden der Ostküste abfallenden Hängen, kann man auf Atlashörnchen (Atlantoxerus getulus) treffen, die sich flink durch die Steine bewegen und von Fall zu Fall an Menschen gewöhnt sind. Die ersten Tiere wurden 1965 aus Nordafrika eingeschleppt; sie vermehrten sich rasch und richten heute teilweise schwere Schäden an der Vegetation an. Außerdem kann man auf den Nordafrikanischen Igel (Erinaceus algirus, der als Insektentilger geschätzt wird), Fledermäuse und eine Spitzmausart (Crocidura canariensis) sowie Kaninchen (Jagdwild) treffen.

Bei Cofete auf der Halbinsel Jandía befindet sich die Villa Winter, ein nach dem ehemaligen Eigentümer benanntes Anwesen mit undurchsichtiger Vergangenheit.

Im Municipio Tindaya steht der La Montaña Tindaya. Er wird auch als heiliger Berg bezeichnet. Vor nicht allzu langer Zeit wurden dort bedeutende Überreste der Ureinwohner gefunden. Ein 2016 gefundener Stein zeigt einige wenige Buchstaben, die – ähnlich dem Stein von Rosette – aus mehr als einer Schrift stammen: einerseits der libysch-latinischen, andererseits der libysch-berberischen oder aber der alt-iberischen Schrift. Damit kann der Stein die Frage, ob die Urbevölkerung Fuerteventuras (überwiegend) von afrikanischen Berber-Völkern oder südwesteuropäischen Völkern stammt, nicht entscheiden. Der kurze Text wurde als „Sohn von Makuran und von Timamasi, Tochter von Timamasi“ entziffert.[27] Die Echtheit des 1992 gefundenen Zanata-Steins ist dagegen umstritten.

Colors of Fuerteventura

Persönlichkeiten

Miguel de Unamuno (1864–1936), ein baskischer Philosoph, lebte 1924 einige Monate auf der Insel als politisch Verbannter. Von ihm stammt die Zeile „Fuerteventura ist eine Oase in der Wüste der Zivilisation“. Seit einigen Jahren steht ihm zu Ehren ein Denkmal am Fuß der Montaña Quemada, nahe Tindaya.

Jürgen Hönscheid (* 1954) lebt seit 1986 auf der Insel. Er wurde 1982 der erste deutsche Windsurf-Profi.

Quelle der Texte: www.wikipedia.org

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